Nerd Alarm: Die German Sixth


Meine SchülerInnen kennen die Etüden von Friedrich Burgmüller und daraus den "Gesang der Engel". Eine harmonische Analyse des Stückes ist nicht herausfordern, bis es dann zu dieser Schlusswendung kommt:

Das Stück ist in G-Dur und der Akkord im drittletzten Takt besteht aus: es - b - cis und g. Daraus ergab sich eine wahnsinnig aufschlussreiche Diskussion auf Facebook, wie dieser Akkord, bestehend aus so vielen leiterfremden Tönen interpretiert werden sollte. Nathan Graham hat mir auf die Sprünge geholfen.

Der Unterschied von einer erniedrigten VI zu einer Ger6 ist, dass das cis aufgelöst wird zu einem d und sich daraus in Folge ein G Dur-Akkord ergibt, während enharmonisch verwechselt ein des eine Modulation zu As-Dur einleiten würde.

Die German Sixth gehört neben der Italian und French zur Familie der übermäßigen Sextakkorde - einem wirklich interessantem Spielfeld der Romantiker, die nach neuen Wegen der harmonischen Zusammenhänge gesucht haben.